Über das Projekt
Warum „Schnackzeit“?
Die Idee hinter dem Projekt.
Das Dilemma der unerzählten Gedanken
Während meiner vielen Jahre im Journalismus bin ich immer wieder auf Menschen gestoßen, die spannende Dinge zu erzählen hatten oder eine starke Meinung vertraten. Doch fast genauso oft fiel der Satz: „Aber lass mich da bitte raus. Ich möchte nicht mit Namen in der Zeitung stehen.“
Das ist das klassische Dilemma: Der traditionelle Journalismus schützt zwar seine Quellen, aber er lebt von Gesichtern und Namen, um glaubwürdig zu sein. Auch im privaten Umfeld haben viele Menschen Gedanken, die eigentlich publik gemacht werden müssten. Sie trauen sich jedoch nicht an die Öffentlichkeit, aus Sorge, wie ihr Umfeld reagiert oder weil sie verurteilt werden könnten. Das Resultat? Wertvolle Gespräche und wichtige Perspektiven bleiben unsichtbar.
Die Domian-Philosophie
Vielleicht erinnerst du dich noch an die nächtliche Talk-Sendung „Domian“. Was dieses Format so besonders gemacht hat, war die Haltung des Moderators: Er hat jeden Anrufer ernst genommen, völlig unabhängig davon, wie abstrus, extrem oder ungewöhnlich die Äußerungen auf den ersten Blick schienen.
Genau diesen Ansatz verfolge ich mit „Schnackzeit". Hier ist Raum für alles. Wer etwas zu sagen hat, wird ernst genommen – wertfrei, aufmerksam und respektvoll.
Warum nicht live?
Im Gegensatz zu solchen Talk-Formaten passiert das hier jedoch nicht live vor einem Publikum. Und das aus gutem Grund: Ich möchte kein unkontrolliertes Forum für Selbstdarsteller bieten, die nur die schnelle Bühne suchen. Außerdem trage ich als Herausgeber die publizistische Verantwortung. Jedes Gespräch wird im Nachgang von mir in Ruhe geprüft, bevor es als Protokoll veröffentlicht wird – auch um sicherzustellen, dass keine kritischen oder strafrelevanten Grenzen überschritten werden.
Erfahrung als Filter und absoluter Quellenschutz
Natürlich ist mir völlig klar: Wer in einem Chat sitzt, kann sich theoretisch alles ausdenken und mir das Blaue vom Himmel erzählen. Aber ich baue hier auf ein Vierteljahrhundert journalistische Erfahrung. Ich traue mir zu, im direkten, nachfragenden Gespräch sehr genau herauszufiltern, ob das, was ich höre, authentisch ist oder nicht.
Gleichzeitig ist diese Anonymität dein größter Schutz: Den besten Quellenschutz gibt es dann, wenn nicht einmal ich als Autor weiß, mit wem ich spreche. Es gibt hier kein Risiko und keine Rückverfolgung. Du bist sicher.
Wertschätzung für echte Protokolle
Aus den Gesprächen, die wir hier führen, mache ich das, was ich am besten kann: Ich bereite sie als authentische Protokolle auf. Völlig anonymisiert, auf den reinen Kern reduziert, mache ich das Gespräch für andere zugänglich. Ein echtes Protokoll ist unendlich viel wertvoller als eine nacherzählte Geschichte, bei der unbewusst Dinge verändert oder weggelassen werden könnten.
Ich werde diese Protokolle jedoch nicht einfach kostenlos als Massenware ins Internet streuen. Wer sich als Leser die Mühe macht, in diese fremden Erlebnisse und Gedankenwelten einzutauchen, soll sich bewusst dafür entscheiden. Mit einem kleinen Beitrag zeigen die Nutzer, dass ihnen diese besondere Form der echten, unverfälschten Erzählung – und die Arbeit, die in der redaktionellen Aufbereitung steckt – etwas wert ist.
Genug gelesen? Starten wir die Schnackzeit.
Tauche ein und erlebe, wie einfach und sicher digitaler Austausch sein kann.
Ab zur Schnackzeit